"Die Kleidung ist etwas ewiges, genauso wie die Kunst. Die Kleidung muss wieder Kunst werden und muss aufhören nur Mode zu sein."
Friedensreich Hundertwasser
Kleidung ist ein Alltagsprodukt...
Kleidung ist ein Konsumprodukt...
Kleidung ist ein Verbrauchsprodukt...
Was dabei von der Käuferschaft unbeachtet bleibt, sind die sowohl menschenunwürdigen, als auch umweltbelastenden Produktionsbedingungen, die in der Kleidungsindustrie herrschen. Viel zu oft kommen die Informationsmöglichkeiten über Herstellung und Handelsstrukturen für die Verbraucher zu kurz. Die kurzlebigen Modetrends greifen wie Zahnräder ineinander, führen zu immer kürzeren Trendintervallen und somit nichtabbrechendem Konsum. Die dabei entstehenden Kleidungsberge entweder zu vernichten oder als "Spende" in so genannte Entwicklungsländer zu verlagern, können nicht alleinige Lösungen sein. Zum einen geht dadurch eine riesige Menge an bereits bei der Herstellung eingesetzten Rohstoffen wie z.B. Wasser verloren, zum anderen werden durch Kleiderspenden oft regionale Textilindustriestrukturen verdrängt oder zerstört.
Die Initiative Kabutze hat sich im Herbst 2009 gebildet und besteht gegenwärtig aus 6 engagierten jungen Menschen. Zusammen geführt haben uns die Begeisterung zum Nähen, der Wunsch Nähen zu lernen und durch ein gemeinsames Projekt unser Umfeld mitzugestalten. Dabei ist es uns wichtig, selbstorganisiert und kreativ zu arbeiten. Der Name 'Kabutze' ist eine Wortneuschöpfung aus 'Kapuze', ein Detail von Pullovern und 'Butze', eine kleine und gemütliche Wohnung oder Räumlichkeit.
In der Nähwerkstatt wird die Möglichkeit geschaffen, Kleidung langlebiger zu machen, d.h. zu reparieren, abzuändern, aufzuwerten und selbst herzustellen. Der Zugang zu ökologisch und fair produzierten Materialien wird dabei den Näher_innen über die Bereitstellung von Informationsmaterialien ermöglicht. Durch die Weiterverarbeitung bereits gebrauchter Kleidung werden außerdem Rohstoffe eingespart. Die Arbeit an der eigenen Kleidung schafft eine neue Form der Wertschätzung von eigenen Kleidungsstücken. Raffinierte Einzelstücke werden lieb gewonnen, was zu längerem Gebrauch derselben führen kann. Wie bei dem Gebrauch von "Altkleidern" wollen wir ebenso bei Kurzwaren darauf achten, dass sie aus alten Beständen stammen und wieder verwendet werden.
Kabutze wird Raum und Gelegenheit schaffen, dass Menschen aus verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen und, egal ob weiblich oder männlich, zusammenkommen. Die Arbeit während gemeinsamer Workshops und die gegenseitige Unterstützung an offenen Werkstattnachmittagen soll neben der Vermittlung von Schneiderwissen und sonstigen Fertigkeiten zur Bearbeitung von Kleidung auch Menschen miteinander ins Gespräch kommen lassen. Eine vielfältige Palette an Angeboten und Veranstaltungen trägt dazu bei, dass viele verschiedene Menschen angesprochen werden - generationsübergreifend, geschlechterübergreifend und interkulturell.
Mit unterschiedlichen Materialien eigene Kleidung herzustellen und schöpferisch zu wirken, trägt mit zur Individualität bei. Die Kabutze will Raum und Zeit zur Verfügung stellen, damit ihr aktiv gestalten und ihre Individualität ausleben können. Selbstgeschaffenes wird dabei aufgewertet und dem Markentrend wird Kreativität und Selbstbestimmung entgegengesetzt. Dabei wird die Begrenztheit von der klassischen Modevorstellung schöpferisch ausgeweitet und führt gegebenfalls zu einem neuen Verständnis des Begriffs Mode.
Hier gibt es das vollständige Konzept als pdf-Datei zum Herunterladen